Thema Liebe

Liebe ist
… sich selbst so zu lieben, wie man ist, sich mit allen Facetten (innerliche wie äußerliche) so gut es geht anzunehmen und wertzuschätzen, denn: wir sind das Beste, was wir kriegen können.

… dennoch an den Eigenschaften und Lebenssituationen, die uns selbst betreffen und uns hinderlich erscheinen, im eigenen Tempo, arbeiten. Nicht im Sinne von Perfektion, sondern ganz einfach um sich mit sich selbst „mehr rund“ zu fühlen“ und somit mehr Lebensqualität zu erhalten.

… sich, wenn man merkt, man kommt allein nicht so gut voran, sei es aus Zeitgründen, oder weil man einfach den berühmten blinden Fleck hat, auch mal helfen lassen oder aktiv um Hilfe bitten. Damit ist nicht unbedingt (nur) bezahlte Hilfe durch Experten gemeint, es kann auch ganz einfach mal wohltuend sein, sich einem Freund anzuvertrauen.

… kleine Schritte wertschätzen. Kontinuierlich viele kleine Schritte zu gehen führt und dabei zu bleiben, kann nur zum Ziel führen, Schritt für Schritt eben. Aber es ist wichtig, sich dabei auch Pausen zuzugestehen. Niemand muss einen Marathon hinlegen. Oder neben den ganzen Alltagspflichten, die man eh schon hat, auch noch bis zur Erschöpfung an sich selbst arbeiten.
Obgleich: Manchen fällt es schwer – hat man einmal damit angefangen, die eigenen Baustellen anzugehen und sieht die ersten Ergebnisse – hierbei langsamer zu werden. Es ist dann ganz einfach unsere eigene Seele – der es mit jedem Schritt in mehr Lebensqualität besser geht, die Luftsprünge macht und sich so freut, das sich endlich was tut, wir uns endlich um uns selbst kümmern – sie ist es, die uns dann oft vorantreibt.

… Liebe ist aber auch, mit sich selbst nicht immer ganz so streng zu sein. Nicht so viel Selbstkritik zu üben.
Wenn wir uns mal ganz ehrlich ein paar Tage selbst beobachten, werden wir (die meisten von uns) merken, dass wir echt streng bei allem sind, was uns selbst betrifft, uns ganz schön hart kritisieren, uns wenig Wertschätzung entgegenbringen oder uns kaum loben. Wieso eigentlich nicht? Einem Freund/in, dem/der es schlecht geht würden wir doch auch sagen, hey, mach mal langsam, dräng dich nicht so und freu dich doch an dem, was du hast, was dich ausmacht! Und auf Anhieb können wir dem Freund/der Freundin mehrere gute Eigenschaften und/oder Dinge in ihrem Leben aufzählen, die, neben den Problemen, auch da sind. Und helfen dem anderen in dem Moment, seinen Fokus zu ändern. Schon ist wieder mehr Lebensfreude da.
Doch warum tun wir das bei uns selbst so wenig?

Wie sagte schon Jesus: Liebe Deinen Nächsten wie dich selbst. Jesus ging aber offenbar – wenn man die Reihenfolge in diesem sehr bekannten Satz beachtet – davon aus, dass eine gesunde natürliche Selbstliebe bereits in jedem von uns vorhanden ist.
Ist sie ja auch, denn ein kleines Kind zum Beispiel, bewundert seine Zehen, gluckst fröhlich vor sich hin, wenn es dieses lustigen Dinger in der Hand hält, die man so schön hin- und her biegen kann. Käme ein Erwachsener auf diese Idee? Die meisten sicher nicht. Das Kleinkind freut sich aber mindestens genauso, wenn es in das Gesicht von Mama oder Papa blickt. Eigenliebe UND Liebe für andere sind im Ursprung in uns angelegt. Werden nur irgendwann, durch die Umwelt, Erwartungen und Leistungsansprüche oft verschüttet.
Es ist unsere Aufgabe, diese Eigen-Liebe und Selbstwertschätzung wieder auszugraben. Es ist, nach meiner Meinung, mit der wichtigste Schritt, auf dem Weg zu mehr Lebensqualität. Und hat mit Eingebildet-sein überhaupt nichts zu tun.

Die wahre authentische Selbstliebe schließt die Liebe für Alles mit ein. Wer in seiner Essenz, in seiner Mitte angekommen ist, trägt automatisch und ohne Kraftanstrengung Liebe für alles andere im Herzen.
Dieser Mensch hört anderen wahrhaft zu, wenn sie reden – weil er gelernt hat, sich selbst zuzuhören, seine eigene (innere) Stimme wahrzunehmen.
Dieser Mensch spricht die Wahrheit – weil er weiß, dass es so am besten ist. Auch wenn die Wahrheit manchmal den anderen nicht auf Anhieb gefallen mag, so weiß der Mensch, der sich selbst liebt, doch, dass es besser ist, die Wahrheit zu gegebener Zeit auszusprechen, als weiterhin eine Situation schönzureden. Er weiß es, weil er im Sinne einer gesunden Einstellung und wertschätzender Liebe zu sich selbst erkannt hat, dass es keinen Sinn macht und keine Liebe sein kann, um des Friedens willen die Wahrheit unter den Tisch zu kehren.
Ein Mensch, der in einer gesunden Selbstliebe angekommen ist, mag weder sich selbst noch sein Gegenüber anschwindeln oder Dinge, die ausgesprochen gehören, auf Dauer totschweigen. Natürlich wird er dabei so höflich wie möglich sein, aber muss auch so direkt wie nötig sein.

Das ist Liebe – was sie ist, was sie ausmacht, wo es beginnt.
Fortsetzung folgt

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: